Satzung für das

Alevitische Bildungswerk  „Şah İbrahim Veli“ e.V.

 

Präambel:

 

(1) Das Bildungswerk sieht als Hauptziel die Förderung der religiösen Identität der Aleviten und die Anregung, Unterstützung, Koordinierung und Durchführung von Weiterbildung, Integrations- und Kulturarbeit sowohl im Erwachsenen- als auch im Kinder-und Jugendbereich auf regionaler, landesweiter und europäischer Ebene in den verschiedenen Alevitischen Gemeinden und in der Gesellschaft. Damit sollen Vielfalt, eine bessere Lebensqualität, ein höheres Bildungsniveau, sozialer Frieden, Kreativität und gegenseitige Toleranz erreicht werden.

 

(2) Das Bildungswerk arbeitet im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland und der Landesverfassung von Baden-Württemberg. Der Verein führt seine Arbeit auf der Grundlage des Alevitischen Glaubens und im Sinne des Weiterbildungsförderungsgesetzes des Landes Baden-Württemberg durch.

 

§ 1 Name und Sitz des Bildungswerkes

 

Der Verein führt den Namen „Alevitisches Bildungswerk „Şah İbrahim Veli“ e. V.“.

 

Der Verein ist in das Vereinsregister eingetragen und führt den Zusatz „e. V.“.

 

Der Verein arbeitet sowohl lokal, als auch auf Landes-, Bundes und EU-Ebene. 

Der Sitz des Vereins ist Ravensburg.

 

§ 2 Zweck und Aufgaben des Bildungswerkes

 

(1) Bewahrung des kulturellen Erbes der Aleviten und Vermittlung des Alevitentums an eine breite Öffentlichkeit

 

(2) Ermöglichung inter- und transkulturellen Lernens, Aufbau internationaler Netzwerke sowie die Förderung demokratischer und toleranter Erziehung

 

(3) Förderung der Gleichberechtigung der Geschlechter in der Gesellschaft

 

(4) Unterstützung und Förderung der Forschung im Bereich des Alevitentums. Gewinnung von nationalen und internationalen Kooperationspartnern, welche Forschungen zum Alevitentum durchführen; Unterstützung bei der Durchführung ihrer Forschungsvorhaben

 

(5) Bildungs- und Integrationsarbeit auf nationaler wie auch auf internationaler Ebene

 

(6) Ermöglichung des interreligiösen Dialogs und des respektvollen und kritischen Meinungsaustausches

Diese Zwecke werden u.a. durch folgende Maßnahmen erreicht:

 

1) ehren- oder hauptamtliche Mitarbeiter*innen für die Alevitische Bildungsarbeit zu gewinnen und sie zu unterstützen und zu qualifizieren;

 

2) Methoden zeitgemäßer Erwachsenenbildung zu entwickeln und zu fördern;

 

3) allgemeine Bildungsmaßnahmen wie Vorträge, Seminare, Kurse, Lesungen, Fortbildungen, Tagungen etc. im Sinne der genannten Zwecke für alle Bürger*innen anzubieten;

 

4) Organisation von internationalen, wissenschaftlichen Begegnungen und Symposien und nach Möglichkeit die Unterstützung von Student*innen und Schüler*innen, die auf diesem Gebiet forschen wollen, zu gewährleisten;

 

5) die Vergabe von Stipendien an finanzschwache Schüler*innen und Student*innen

 

6) die Unterstützung der Alevitischen Gemeinden und Gemeinschaften im Bildungsbereich.

 

7) die für diese Arbeit notwendigen und geeigneten Mittel bereitzustellen;

 

§ 3 Gemeinnützigkeit

 

Das Alevitische Bildungswerk „Şah İbrahim Veli“ e.V mit Sitz in Ravensburg verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung.

 

Zweck der Körperschaft ist die Förderung von Integration, Erziehung, Volksbildung, Kunst und Kultur, Wissenschaft und Forschung sowie Unterstützung hilfsbedürftiger Personen.

 

Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch gemeinsame Treffen zur Pflege der Alevitischen Grundwerte sowie des Kultur- und Liedgutes, Pflege der Jugendberatung- und Erziehung. Der Satzungszweck wird ebenfalls verwirklicht durch Durchführung wissenschaftlicher Veranstaltungen, Forschungsvorhaben und Projekte. Vergabe von Forschungsaufträgen mit anschließender Ergebnisveröffentlichung sowie Definition und Durchführung von Bildungsaktivitäten.

 

Die Körperschaft ist selbstlos tätig; sie verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.

Mittel der Körperschaft dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus Mitteln der Körperschaft.

 

Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck der Körperschaft fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.

 

 

§ 4 Mittel des Bildungswerkes

 

Die Mittel zur Erfüllung seiner Aufgaben erhält das Bildungswerk

 

1) durch Mitgliedsbeiträge;

 

2) durch Spenden und sonstige Zuwendungen; 

 

3) durch Teilnehmergebühren; 

 

4) durch Zuschüsse

 

§ 5 Mitgliedschaft

 

(1) Mitglieder des Vereins können natürliche Personen und juristische Personen werden, die bereit sind, den Verein und seine Aufgaben zu fördern.

 

(2) Die Mitgliedschaft wird schriftlich beim Vorstand beantragt, über die vorläufige Aufnahme ohne Stimmrecht entscheidet der Vorstand. Die ordentliche Mitgliedschaft beschließt die Mitgliederversammlung. 

 

(3) Der von den Mitgliedern zu entrichtende Beitrag wird vom Vorstand vorgeschlagen und durch die Mitgliederversammlung festgesetzt.

 

§ 6 Beendigung der Mitgliedschaft

 

(1) Die Mitgliedschaft erlischt:

 

1) durch den Tod des Mitglieds;

 

2) durch eine schriftliche Austrittserklärung gegenüber dem Vorstand, die jederzeit zum Schluss des Geschäftsjahres abgegeben werden kann;

 

3) durch Ausschluss.

 

(2) Ein Mitglied kann nur aus wichtigen Gründen, die sich aus der Zielsetzung des Vereins ergeben, ausgeschlossen werden. Der Ausschluss kann insbesondere erfolgen, wenn ein Mitglied gegen die Vereinsinteressen trotz Abmahnung schwer verstoßen hat. Dem betroffenen Mitglied ist vorher Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben.

 

(3) Über den Ausschluss entscheidet der Vorstand mit einfacher Mehrheit. Gegen den Ausschluss kann der/die Betroffene innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Vorstandsbeschlusses Einspruch einlegen. Über den Einspruch entscheidet die nächstfolgende Mitgliederversammlung.

 

 

 

 

§ 7 Organe des Bildungswerks sind:

 

(1) Die Mitgliederversammlung

 

(2) Der Vorstand

 

(3) Der wissenschaftliche Beirat

 

(4) Arbeitsgemeinschaften

 

§ 8 Die Mitgliederversammlung

 

(1) Die Mitgliederversammlung besteht aus allen Mitgliedern des Vereins; ihr obliegt es

 

1) die Richtlinien für die Tätigkeit des Vereins zu bestimmen;

 

2) den Vorstand gemäß § 9 zu wählen;

 

3) bei Bedarf einen oder mehrere besondere Vertreter neben dem Vorstand zu bestellen (§ 30 BGB);

 

4) die Kassenprüfer*innen zu wählen;

 

5) den Tätigkeits- und Finanzbericht des Vorstands und den Prüfungsbericht der Kassenprüfer*innen entgegenzunehmen und zu beraten sowie den Vorstand zu entlasten;

 

6) über die Satzungsänderung, die Geschäftsordnung, die Erhebung von Mitgliedsbeiträgen und die Auflösung des Vereins zu beschließen;

 

7) über den Einspruch eines Mitglieds gegen den Ausschließungsbeschluss des Vorstandes § 6 Abs.3 zu entscheiden.

 

(2) Die Mitgliederversammlung tritt jährlich zusammen. Die Mitgliederversammlung kann sowohl als physische Versammlung als auch als Telefon- bzw. Videokonferenz abgehalten werden. Über die Form der Mitgliederversammlung entscheidet in der Regel der Vorstand.

Den Mitgliedern des Vereins ist es freigestellt, ob sie an der Mitgliederversammlung virtuell oder physisch teilnehmen. Der/Die Vorstandsvorsitzende legt unter Einhaltung einer Zweiwochenfrist den Zeitpunkt der Versammlung und die Tagesordnung, den Versammlungsort schriftlich (E-Mail und Post) fest. Die ordnungsgemäß einberufene Mitgliederversammlung ist im Rahmen der bekannt gegebenen Tagesordnung beschlussfähig, wenn mindestens ein Drittel der stimmberechtigten Mitglieder anwesend sind. Die Teilnahme durch Videokonferenz gilt als gegenwärtig. Jedes Mitglied hat eine Stimme. Die Mitgliederversammlung beschließt mit einfacher Mehrheit der anwesenden Mitglieder. Bei Stimmengleichheit gilt ein Antrag als abgelehnt. Beschlüsse zur Satzungsänderung, zur Änderung des Vereinszweckes und zur Auflösung des Vereins bedürfen einer Stimmenmehrheit von 2/3 der anwesenden Mitglieder.

Eine physische Zusammenkunft der Mitglieder ist nur in einem Fall unumgänglich: wenn der Verein in einem Fusionsfall über einen Verschmelzungsvertrag nach Umwandlungsgesetz und zur Auflösung des Vereins abstimmt.

 

(3) Bei virtueller Mitgliederversammlung muss technisch gewährleistet sein, dass alle Teilnehmer gleichzeitig sprechen und hören können. 

Die Sicherstellung, dass nur Mitglieder teilnehmen, ist durch ein internetübliches Authentifizierungsverfahren ausreichend gewährt. Die Mitgliederversammlung wird in einem nur für Mitglieder mit ihren Legitimationsdaten zugänglichen Chat-Raum durchgeführt. Das nur für die aktuelle Versammlung gültige Passwort wird mit einer gesonderten E-Mail erst kurz vor der Versammlung bekannt gegeben. Für die Stimmabgabe erfolgt eine zusätzliche Authentifizierung etwa in Form eines Codes.

Sollte eine angefangene Videokonferenz aus technischen Gründen unterbrochen werden, so sind für die Dauer der Unterbrechung die betroffenen Mitglieder der Mitgliederversammlung nicht stimmberechtigt.

Alle Mitglieder sind verpflichtet, ihre Legitimationsdaten und das Zugangswort keinem Dritten zugänglich zu machen und unter strengem Verschluss zu halten.

 

(4) Die Mitgliederversammlung wird von dem/der Vorsitzenden oder bei dessen/deren Verhinderung von dem/der stellvertretenden Vorsitzenden geleitet. Bei Wahlen wählt die Mitgliederversammlung einen/ einer Versammlungsleiter/in und einen/einer Protokollführer/in.

 

(5) Die Art der Abstimmung bestimmt der/die Versammlungsleiter/in. Die Abstimmung muss schriftlich durchgeführt werden, wenn ein Drittel der Erschienenen stimmberechtigten Mitglieder dies beantragt. Bei Wahlen genügt der Antrag eines Mitgliedes.

 

(6) Außerordentliche Mitgliederversammlungen sind einzuberufen, wenn das Interesse des Bildungswerks es erfordert oder wenn mindestens 1/3 der Mitglieder die Einberufung unter Angabe der Gründe beantragt.

 

(7) In dringenden Fällen kann der/die Vorsitzende mit Einhaltung einer Frist von einer Woche einladen. Die Mitgliederversammlung ist aber nur dann beschlussfähig, wenn die Mehrheit der stimmberechtigten Mitglieder anwesend ist und durch Beschluss die Verkürzung der Frist genehmigt.

 

(8) Die in der Mitgliederversammlung gefassten Beschlüsse sind schriftlich niederzulegen und von dem/der jeweiligen Versammlungsleiter/in und dem/der Protokollführer/in zu unterzeichnen.

 

(9) Stimmberechtigt in der Mitgliederversammlung sind die Mitglieder, die mindestens 6 Monate Mitglied des Vereins sein und die Mitgliedsbeiträge ohne Unterbrechung einbezahlt haben.

 

 

 

 

 

 

 

§ 9 Der Vorstand

 

(1) Der Vorstand besteht aus 5 Personen, und zwar:

 

1) dem/der Vorsitzenden;

 

2) dem/der stellvertretenden Vorsitzenden;

 

3) dem Kassenwart;

 

4) zwei Beisitzern.

 

(2) Der/die Vorsitzende und der/die stellvertretende Vorsitzende vertreten den Verein einzelvertretungsberechtigt gerichtlich und außergerichtlich.

 

(3) Die Vorstandsmitglieder gemäß § 9 Abs. 1 (1 bis 4) werden von der Mitgliederversammlung für die Dauer von 3 Jahren einzeln gewählt. Der Vorstand bleibt bis zu einer Neuwahl im Amt.

 

(4) Dem Vorstand obliegt die Leitung des Vereins. Zur Unterstützung seiner Arbeit kann er weitere geeignete Personen hinzuziehen. 

 

(5) Der Vorstand arbeitet grundsätzlich ehrenamtlich. Die Mitgliederversammlung kann jedoch beschließen, dass dem Vorstand für seine Vorstandstätigkeit eine Vergütung bezahlt wird.

 

(6) Der Vorstand kann gegebenenfalls eine/n Geschäftsführer/in einstellen. 

 

(7) Der Vorstand ist beschlussfähig, wenn mindestens drei stimmberechtigte Vorstandsmitglieder, darunter der/die Vorsitzende oder der/die stellvertretende Vorsitzende, anwesend sind oder ggf. virtuell anwesend sind. Die Vorstandssitzung leitet der/die Vorsitzende, bei dessen/deren Abwesenheit der/die Stellvertreter/in. 

Die durch den Vorstand gefassten Beschlüsse sind schriftlich niederzulegen und von dem/der Protokollführer/in und dem/der Sitzungsleiter/in zu unterzeichnen.

 

(8) Um sich bei der Bildungs- und Integrationsarbeit beraten zu lassen, beruft der Vorstand einen wissenschaftlichen Beirat ein.

 

§ 10 Arbeitsgemeinschaften

 

Es können sich Arbeitsgemeinschaften der Alevitischen Erwachsenenbildung auf Ebene der Bundesländer bilden und Unterorganisationen des Bildungswerkes werden.

 

 

§ 11 Der wissenschaftliche Beirat

 

Der wissenschaftliche Beirat kommt einmal im Jahr zusammen und erstellt ein Konzept zur Weiterentwicklung von wissenschaftlichen und bildungsorientierten Projekten und Initiativen im Rahmen der Vereinstätigkeiten. 

Der wissenschaftliche Beirat hat eine beratende Funktion 

gegenüber der Vereinsführung.

 

§ 12 Die Kassenprüfer*innen

 

Die Mitgliederversammlung wählt zwei Kassenprüfer*innen, die die Kassenführung des Vorstandes jährlich prüfen und der Mitgliederversammlung darüber berichten.

 

§ 13 Geschäftsjahr

 

Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

 

§ 14 Auflösung des Vereins und Änderung des Vereinszwecks

 

Bei Auflösung des Vereins durch Beschluss der Mitgliederversammlung werden von der Mitgliederversammlung drei Liquidatoren bestellt, die die laufenden Geschäfte abzuwickeln haben. Sie entscheiden mit ihrer Stimmenmehrheit.

 

Bei Auflösung oder Aufhebung der Körperschaft oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke fällt das Vermögen der Körperschaft an die Alevitische Kulturgemeinde Ravensburg e.V, die es unmittelbar und ausschließlich für gemeinnützige, mildtätige oder religiöse Zwecke zu verwenden hat.

 

§ 15 Inkrafttreten

 

Diese Satzung wurde von der Mitgliederversammlung am 18.07.2015 verabschiedet.

 

§ 16 Ermächtigung des Vorstandes 

 

Der Vorstand ist ermächtigt, Satzungsänderungen, die vom Amtsgericht oder von einer Verwaltungsbehörde verlangt werden, selbständig vorzunehmen, sofern sie die Grundsätze dieser Satzung nicht berühren.