Das Alevitisches Bildungswerk „Șah İbrahim Veli“ e.V. und die Katholische Arbeiterbewegung haben zu einem Zeitzeugengespräch mit dem KZ -Überlebenden Hermann Mano Höllenreiner und mit Viktoria Doris Graenert, Vorstandsmitglied der deutschpolnischen Stiftung für Internationalen Jugendaustausch eingeladen.

Die Veranstaltungen sind in ZF Campus an der Zeppelin Universität Friedrichshafen und im Festsaal PH-Weingarten stattgefunden  

Hermann „Mano“ Höllenreiner wurde im März 1943 im Alter von neun Jahren zusammen mit seiner Familie von München nach Auschwitz deportiert. Dort wurde ihm am 16. März mit der Häftlingsnummer Z - 3526 tätowiert. 

1944 war er Häftling im Männerlager des KZ- Ravensbrück und ab Winter dieses Jahrs im KZ Sachsenhausen.

Vollkommen entkräftet wurde er bei Kriegsende von französischen Kriegsgefangenen mit nach Frankreich genommen. Er wurde in Paris von einer Familie aufgenommen, kam jedoch aufgrund von Auffälligkeiten wegen seiner Traumatisierungen kurzzeitig in die Kinderpsychiatrie. Erst als die Tätowierung seiner Häftlingsnummer auf dem Arm entdeckt wurde, konnte über Suchdienste seine Familie ermittelt werden, zu der er im Dezember 1946 zurückkehren konnte.

Das Jugendbuch „Mano. Der Junge, der nicht wusste, wo er war“ von Anja Tuckermann, erschienen 2008, beruht auf seiner Lebensgeschichte und bereits in Baden-Württemberg für die Realschulen Pflichtlektüre geworden

Der nun 85-jährige Sinto, konnte leider aus gesundheitlichen Gründen nicht zu dieser Veranstaltung kommen.

Frau Viktoria Doris Graenert hat Auszüge aus dem Buch "Mano - der Junge der nicht wusste, wo er war " gelesen und so seinem Schicksal, dem Leiden und seinem Überleben berichtet. Sie ist seit mehr als 30 Jahren ehrenamtlich in Auschwitz tätig. Sie sagte „Wir sind für diese Gräueltaten alle nicht verantwortlich, aber wir sind dafür verantwortlich, dass das nicht vergessen wird“.

Der Abend wurde musikalisch vom Guttenberger-Trio, einer Sinti-Musikgruppe aus Ravensburg, deren Vorfahren ebenfalls in Konzentrationslagern waren, begleitet.

Die Veranstaltungen wurden in Kooperation mit Katholischen Erwachsenenbildung Kreis Ravensburg, Zeppelin Universität , DGB Bodensee Oberschwaben ,Betriebsseelsorge ,VVN-BdA Ravensburg Oberschwaben ,Attac  organisiert, und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie Leben gefördert.

 

Hasan Öğütcü